Nürnbergische Hesperides, Oder Gründliche Beschreibung Der Edlen Citronat, Citronen, und Pomerantzen-Früchte ... Beneben der Flora, Oder Curiosen Vorstellung Verschiedener raren Blumen ... [und:] Continuation der Nürnbergischen Hesperidum, ... 2 Bände. Nürnberg, Endter Erben und Sohn, 1708-1714. 4 Bll., 255 SS., 4 Bl.; 20 nn., 239 (recte 234) SS. 2 nn. Bll., 17 SS. Mit 2 gestochenen Frontispizes, 25 gestochenen Vignetten und insges. 252 Kupfertafeln. Fol., braunes, gesprenkeltes Leder der Zeit über 6 Bünden mit goldgeprägten (oxydierten) Pergament-Rücken-Schildchen, Rückenvergoldung und gesprenkelter Schnitt. Kapitale lädiert, teils mit Fehlstellen, wenigen Wurmstichen, stärkeren Beschabungen, berieben und bestoßen.
Nissen 2076. Pritzel 9848. Hunt 420. Wimmer-Lauterbach 196. Feldmann, Blüten und Blätter 43. Raphael 73. Dunthorne 323. Sitwell-Blunt 148. Plesch 798. Ornamentstichsammlung 3324. Lanckoronska-Oehler I, 43. Brunet V, 1350 (alle Bibliographien mit ungenauen Kollationen). – Erste Ausgabe der berühmten Monographie über Zitrusfrüchte des Nürnberger Botanikers, Kaufmanns, Fabrikanten und Verlegers Johann Christoph Volkamer (1644-1720). Vorhanden ist neben dem 1708 erschienenen Hauptwerk die 1714 erschienene "Continuation der Nürnbergischen Hesperidum, Oder Fernere gründliche Beschreibung Der Edlen Citronat-Citronen- und Pomeranzen-Früchte..." sowie der seltene Anhang: "Obeliscus Constantinopolitanus oder Kurtze Erklärung des zu Constantinopel auf der Renn-Bahn stehenden nun aber auch in der Nürnbergischen Vorstadt Gostenhof nachgehauenen und aufgerichteten Obelisci zu einem Anhang der schon vorhin heraus gegebenen Nünbergischen Hesperidum Von J. C. V." Mit einer mehrfach gefalteten Tafel, die alle vier Seiten des Obelisken und seiner ägyptisierenden Hieroglyphen-Darstellungen. "Durch den Messinghandel und den Besitz einer Seidenfabrik in Rovereto, die bereits sein Großvater gegründet hatte, konnte sich Volkamer infolge der hohen Einkünfte ganz und gar seinen Neigungen und botanisch-wissenschaftlichen Studien widmen. Diese galten in erster Linie seinem Garten in Gostenhof, ohne den sein umfassendes Werk über die Hesperides nicht denkbar gewesen wäre. Unter seiner Anleitung erreichte er die höchste Blüte. Durch Zukäufe von 1693 bis 1702 gelang es ihm, das Gelände fast um das Doppelte seines bisherigen Umfangs zu erweitern. Damit zählte der Garten zu den größten der Stadt. Seine Pracht und Berühmtheit konnte Volkamer zu Lebzeiten noch voll genießen" (Hamann im Nachwort zur Faksimile-Ausgabe der Hesperides, S. 11). "The fruit and gardens in most of the plates - spherical oranges, lemons, and citrons drifting like eccentric balloons above miniature landscapes - make pleasingly surreal compositions, so that individual plates have frequently been taken from dismembered copies of the book ... The vignettes and tailpieces, about 30 of them, are so attractive that they have often been borrowed to decorate later books" (Raphael). Die Kupfertafeln zeigen neben einigen allegorischen Darstellungen überwiegend Zitrusfrüchte sowie einige andere exotische Pflanzen, zumeist in Verbindung mit Garten-, Schloss-, Landschafts- und Gehöftansichten aus Nürnberg, dessen Umland, Süddeutschland, Schloß Schönbrunn bei Wien, St.Georg bei Bayreuth, der Garten des Verfassers im Stadtteil Gostenhof, der Schloßgarten zu Erlangen, außerdem: Oberitalien, u.a. eine Karte des Gardasees mit Umgebung, eine gefaltete Ansicht des Genueser Vorortes S. Pietro d'Arena, eine Ansicht von Luogo di Nervi sowie der Palazzi Doria zu Genua und der Conti Allegri in Cucciano, Villen an der Brenta etc. "An astonishing book with a series of magnificent plates in which the fruits and flowers are almost subordinate to views of gardens" (Plesch). – Die Kollation setzt sich in der Reihenfolge zusammen: Band I: 4 Bll., 255 SS., 4 Bll., 18 Vignetten und 116 Kupfertafeln inkl. Frontispiz. Band II: 20 nn. Bll., 239 (recte 234) SS., 2 nn. Bll., 17 SS. 7 gestochenen Vignetten und 136 Kupfertafeln inkl. Frontispiz (in Band II variiert die Zählung ständig zwischen Blatt- und Seitenzählung). Damit gehört unser Exemplar mit zusammen 252 Kupfertafeln zu den wenigen kompletten, die nachweisbar sind. - Tafel (160.a) im ersten Band verso mit schwachem Plattenabklatsch, Titel dieses Bandes mit kleiner alter, überklebter Rasur im weißen Rand. Band II mit kleinen Wurmstichen am unteren Rand gegen Ende, sonst nur ganz vereinzelt und meist unwesentlich gebräunt oder fleckig. Die vorderen Innenspiegel mit Spuren entfernter Exlibris. - Ein im Block prachtvoll erhaltenes, fast fleckenfrei frisches, vollständiges und zeitgenössisch gebundenes Exemplar, die Kupfer in durchgehend bestem ersten Zustand, klar, kontrastreich, gratig und in kraftvollem Abdruck.
58000,- EUR
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Sachgebiete: Barock, Botanik, Kräuterbücher, Pomologie, Wissenschaftsgeschichte
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