[Johann Leonhard Etlinger]: Deo auxiliante dissertationem physiologico-medicam inauguralem de corporis humani nutritione ex gratiosae facultatis medicae in celeberrima Norimbergensium Altdorfina consensu pro licentia summos in arte medica honores et privilegia doctoralia more maiorum rite consequendi eruditorum examini exponit Ioh. Leonhartus Etlinger. Altdorf, Jobst Wilhelm Kohles, 1736. 28 Seiten. Broschur der Zeit, mit mehrfarbig patroniertem Brokatpapier von Andreas Steber, in der Platte signiert: „ANDEREAS (!) STEBER GOLDSCH[LAGER IN NÖRDLINGEN]“, sowie nummeriert „N 4“. 16,5 x 20 cm.
Brokatpapier nicht verzeichnet in Haemmerle, Heijbroek / Greven oder Kopylov. – OCLC verzeichnet zwei Exemplare des Druckes in den USA (Harvard und National Library of Medicine), weitere fünf in Deutschland und zwei in anderen europäischen Bibliotheken; kein Exemplar in England. – Medizinische Inaugural-Dissertation des Johann Leonhard Etlinger (1714-1756) aus Fürth. – Brokatpapiere von Andreas Steber sind von größter Seltenheit: Haemmerle waren lediglich neun Blätter von Steber bekannt (ebd., Nr. 407-415). Die Schreibweise des Namens als „Andereas“ kommt nur bei Haemmerle Nr. 415 vor, wobei das dort beschriebene Motiv nicht mit unserem übereinzustimmen scheint. – Andreas Steber war ungefähr ab 1720 bis zu seinem Tod im Jahr 1750 in Nördlingen tätig (vgl. Kopylov, S. 132 und van der Wall, S. 134). Er war Brokatpapierverleger und Goldschläger (daher auch teils der Beiname „Goldschlager“ oder „Goldschläger“ in seiner Signierung). Er war ein Sohn des Nördlinger Goldschlägers Daniel Steber und heiratete 1702 (vgl. Haemmerle, S. 128). – Der Mediziner Johann Leonhard Etlinger (1714-1756) wurde „gebohren zu Fürth nächst Nürnberg (...). Er studirte zu Jena und Altdorf, auf welcher letztern Universität er im Jahr 1736 Doktor der Arzneywissenschaft ward. Nach einer Reise durch ganz Teutschland und Holland bekleidete er vom J[ahr] 1739 an die Stelle eines Stadtphysikus zu Hof, und von 1741 an zu Culmbach, wurde 1742 des Grafen von Giech zu Thurnau Hof- und Leibmedikus“ (Baader, Lexikon). Er war der Vater des Arztes und Botanikers Andreas Ernst Etlinger (1756-1785). – Provenienz: Handel, Deutschland. – Insgesamt etwas wellig. Der Umschlag leicht angestaubt und mit einer sehr kleinen Beschädigung auf der Rückseite; Gold minimal berieben. Papier innen an den Rändern teils angestaubt. Sonst tadellos. – Vgl. Albert Haemmerle, Buntpapier, S. 128 und Nr. 407-415. Vgl. Christiane F. Kopylov, Papiers dorés d'Allemagne au siècle des lumières 1680-1830, S. 132-135. Vgl. Frauke van der Wall (Hrsg.), Gefärbt, gekämmt, getunkt, gedruckt. Die wunderbare Welt des Buntpapiers, S. 134. Nicht in J.F. Heijbroek / T.C. Greven, Sierpapier. Vgl. Clemens Alois Baader, Lexikon verstorbener Baierischer Schriftsteller des achtzehenten und neunzehenten Jahrhunderts. Bd. 1, Tl. 1, Artikel „Etlinger (Johann Leonhard)“. – – – 1736 Fürth medical thesis in contemporary wrappers with a hitherto unrecorded brocade paper by Andreas Steber.
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