(Nach bekannter Melodie zu singen). Gedicht in 17 Strophen. In der Mitte große, altkolorierte Federlithographie, Text in Buchdruck. Ferner 12 kleine satirische Lithographien zwischen den Strophen. Einblattdruck (Faltspuren). 41 x 33 cm. Ohne Ort und Drucker, (1848).
Sehr seltener Einblattdruck zum badischen Aufstand und dessen Niederschlagung im April 1848. In der Mitte das Bildnis Heckers als „Tyrannenschreck“ mit Heckerhut und roter Feder, Stulpenstiefeln und Gewehr. „Diese Heckerdarstellung karikiert die zahlreichen heroisierenden Freischärlerbilder, die damals von Friedrich Hecker in Umlauf waren und sucht den Revolutionär als Räuberhauptmann von martialischer Komik der Lächerlichkeit preiszugeben. Verfasser des Spottliedes auf den Heckerschen Freischarenzug vom April 1848 ist der Heidelberger Advokat Karl Gottfried Nadler (1809-1849)“ (M. Arnscheidt). Trotz dieser Charakterisierung kommt das Gedicht nicht aus der reaktionären Ecke, sondern zählt zu den melancholisch-resignativen, die das Scheitern der Reformbewegung und das manchmal problematische Naturell der revolutionären Leitfiguren bedauern. So hat der Chançonier Peter Roland dieses „Heckerlied“ zu einem zentralen Titel in seiner Liedanthologie „Lieder deutscher Demokraten“ gemacht. Der Text beginnt: „Seht, da steht der große Hecker / Eine Feder auf dem Hut / Seht, da steht der Volkserwecker / lechzend nach Tyrannenblut!“ und endet: „Also ist’s in Baden gangen / Was nicht fiel und nicht entfloh / Ward vom Militär gefangen / Liegt zu Bruchsal auf dem Stroh – / Ich, ein Spielmann bei den Hessen / Der kann Baden nicht vergessen / Der den Feldzug mitgemacht / habe dieses Lied erdacht.“ Der Text ist mit Nadlers Pseudonym „Johann Schmitt“ gezeichnet. – Stockfleckig. – Katalog des Bad. Landesmuseums Karlsruhe S. 70 ff., Nr. 198 und Abb. 31; Katalog des Reiss-Museums Mannheim S. 19 ff., Nr. 21 und Abb. Tafel 21. Abgebildet auch bei H. Blum, Die deutsche Revolution, Tafel 42.
900,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT
Sachgebiete: Einblattdrucke, Flugschriften, Illustrierte Bücher, Revolutionen
Kontakt zum
Dickhardtstraße 48 • 12159 Berlin
Telefon +49 (0)30 851 66 13
Mail: info@braecklein.berlin • Web: https://www.braecklein.berlin