Acht Bücher, Deutscher Poematum durch Ihn selber heraus gegeben, auch also vermehret unnd ubersehen, das die vorigen darmitte nicht zu vergleichen sindt. 51 Bl., 244 S. (recte 247), 1 w. Bl. Mit nicht pag. Zwischentiteln. Mit gestoch. Titel und zusätzl. mit dem gestoch. Porträt Opitz’ von J. van Heyden. 4°. Flexibler Manuskript-Pergamentband d. Z. (Vorsätze alt erneuert). In moderner bibliophiler Maroquin-Kassette mit vergold. Rückentitel. Breslau, David Müller, 1625.
Erste von Opitz selbst herausgegebene Sammlung seiner deutschsprachigen Lyrik, die sog. Breslauer Sammelausgabe „Dies ist die eigentliche Opitz’sche Erstausgabe. Er hat sie mit größter Umsicht zusammengestellt. Da bei diesem frühreifen, selbstsicheren, weltkundigen Genie zwar von einer Ausbreitung, aber nicht von einer Entwicklung des Wesens die Rede sein kann, so haben wir in dieser Ausgabe ‚Erster Hand‘ bereits den ganzen Opitz, seine Feinheit, seine anmutig spielende Verständigkeit, vor allem sein außerordentliches Gefühl für Maß in jeder Beziehung. Mit diesem Buch beginnt eigentlich die deutsche Dichtung des 17. Jahrhunderts ... Die große Widmungseinleitung an Ludwig von Anhalt ist in ihrer flüssigen und dezenten Prosa, ihren feingewählten Beispielen über das Thema ‚Herrscher und Poesie‘ und ihrem, bei aller höfischen Ergebenheit, durchaus nicht überschwenglichen Lob des Gründers der Fruchtbringenden Gesellschaft ein diplomatisches Meisterstück“ (Wolfskehl). Entgegen den Angaben auf dem Titel ist das Werk nicht in acht, sondern, da durch ein Versehen des Druckers die Zählung der letzten drei Bücher weggelassen wurde, in fünf Bücher eingeteilt: I. Geistliche Sachen; II. Die Getichte von Ruhe des Gemütes, und dem Ackerleben: Item Danielis Heinsii Hymnus auf den Bacchum; III. Allerhandt Sachen; IV. Von Hochzeitgetichten; V. Amatoria und weltliche Getichte; (Ferner:) Oden oder Gesänge, Sonette, Deutsche Epigrammata (und einige längere Gedichte). – Aus dem Besitz von Friedhelm Kemp mit dessen sauberen eigenhändigen Bleistiftanmerkungen oder Hinweisen im Rand. Das Exemplar der Staatsbibliothek Berlin enthält ebenfalls das Heyden’sche Porträt, das sonst dieser Ausgabe nicht beigegeben ist. Durchgehende Papierbräunung, wie immer. Schönes, breitrandiges Exemplar. – VD17 23:243723M; Dünnhaupt 2; Goed. III 43, 15; Szyrocki 63; Faber du Faur 204; Jantz 1906; Manheimer 280; Seebaß/Kistner 698; Bibl. der Brüder Grimm 3001 (defekt).
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