Rare Books Berlin - Internationale Messe für Bücher und Graphik

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VARIA - LEXIKA -

Hönn, Georg Paul. Betrugs-Lexicon, worinnen die meisten Betrügereyen in allen Ständen nebst denen darwider guten Theils dienenden Mitteln entdecket/ Fortgesetztes Betrugs-Lexicon. 2 Teile in 1 Band. Coburg, Paul Günther Pfotenhauer und Sohn, 1730. Ca. 17,5 x 12 cm. [8] Bll., 458 S., [7] Bll., 116 S., [2] Bll. Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel. - Vgl. Hayn/G. III, 312 (Ausgabe 1761) - ADB XIII, 73. - Vierte Ausgabe des erstmals 1721 erschienenen und danach noch häufig aufgelegten Werks. - "Whole range of Baroque rascality in alphabetical order. Called a 2nd new and improved ed.; the prefatory notice gives an account of Hoenn's own augmented ed. of 1730, of the pirated and bungled ed. of 1743 (a cheater cheating with a book on cheating) and of the changes in this new ed." (The Harold Jantz Collection of German Baroque Literature). - Satirisches Werk, das bei der Aufdeckung übler Machenschaften keine Berufsstände und Gesellschaftssschichten auslässt: Advokaten, Ärzte, Alchemisten, Apotheker, Bauern, Beamte, Bücherschreiber, Buchhändler, Ehemänner, Eheweiber, Erben, Geistliche, Italiener, Kellner, Köche, Kupferstecher, Mönche, Musikanten, Nonnen, Poeten, Professoren, Quacksalber, Schatzgräber, Spieler, Studenten, Tee- und Kaffeewirte, Uhrmacher, Zeitungs-Schreiber usw. - Oberes Kapital etwas bestossen, Einband leicht fleckig, kleine Kleberückstände von altem Rückenschild; Innen etwas gebräunt.

Sachgebiete: Lexika, Literatur bis ca. 1900, Satire

30.07.2026 - 20:38

1200,- EUR

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MEDIZIN - KOKAIN -

Niemann, Albert. Ueber eine neue organische Base in den Cocablättern. Mittheilung aus der Inaugural-Dissertation (S. 129–155, 291–308) in: Bley, L. (Hrsg.). Archiv der Pharmacie. Eine Zeitschrift des allgemeinen deutschen Apotheker-Vereins. Abtheilung Norddeutschland. X. Jahrgang., Zweite Reihe, CIII. Band, der ganzen Folge CLIII. Band. Hannover, Hahn'schen Hofbuchhandlung, 1860. 20,5 x 13 cm. 392, VIII S. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild. - Garrison/ Morton Nr. 1765. - Erste Veröffentlichung seiner Dissertation. - "Seit 1859 Assistent Friedrich Wöhlers, beschäftigte sich Albert Niemann (1834–1861) im Rahmen seiner Dissertation mit der Isolierung eines Alkaloids aus den Blättern der Cocapflanze Erythroxylum coca. Bereits der Apotheker Friedrich Gaedcke (1828–1890) hatte sich mit der Untersuchung von Cocablättern befasst und 1855 darüber publiziert. Zwar gelang es Gaedcke, einen kristallinen Stoff zu isolieren, den er "Erythroxylin" nannte, aber für identisch mit Teein hielt. Die geringen Mengen an Cocablättern - Gaedcke standen nur zwei Unzen (entspricht circa 60 Gramm) zur Verfügung - erlaubten es ihm noch nicht, nähere Ausführungen zu Eigenschaften und Zusammensetzung des Stoffes zu machen. Als Entdecker gilt daher Niemann, der am 18. Juni 1860 seine Dissertation abschloss, die in Göttingen gedruckt wurde und noch im gleichen Jahr auch im "Archiv der Pharmacie" erschien. Ein Auszug wurde ferner in der "Vierteljahresschrift für practische Pharmacie" abgedruckt. Die Doktorarbeit - Niemann sah sich mit seiner Arbeit in einer Reihe von Alkaloidforschern, wie er einleitend ausführt: "Seitdem durch die im Jahre 1804 durch Sertuerner erfolgte Entdeckung des Morphins im Opium der erste Beweis von der Existenz organischer Salzbasen in den Pflanzen, als Produkte des vegetabilischen Lebens, geliefert und erwiesen war, dass das Opium seine physiologischen Wirkungen vorzugsweise dem Gehalte an Morphin verdanke, hat man es oft versucht, auch in anderen heftig und eigenthümlich auf den Organismus wirkenden Pflanzentheilen ähnliche Körper aufzusuchen... Diese Untersuchungen, namentlich in Frankreich von Pelletier und Caventou sowie von Robiquet ausgeführt, wurden in der That durch positive Resultate gekrönt." (Friedrich, Christoph. Albert Niemann, Entdecker des Kokains. PZ Pharmazeutische Zeitung, 01/2011, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-032011/entdecker-des-kokains/, (24.2.26)). - Einband leicht feuchtfleckig; Text relativ gleichmässig gebräunt, gelegentlich schwach stockfleckig, Vorsätze etwas leimschattig. Insgesamt in guter Erhaltung.

Sachgebiete: Chemie, Medizin, Naturwissenschaften, Pharmazie

30.07.2026 - 20:36

2000,- EUR

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ALTE DRUCKE -

Locher, Jakob. Libri philomusi. Panegyrici ad Rege[m]. Tragedia[m] de Thurcis et Suldano. Dyalog[us] de heresiarchis. Mit 20 (davon 2 ganzseitigen) Original-Holzschnitten (teils in Wiederholung). Strassburg, Johann (Reinhard) Grüninger, (nach dem 15. Mai) 1497. 20 x 14,5 cm. [62] Bll. (A1-L4). Blindgeprägter Halbleinwand-Einband um 1900 mit Rückentitel und Jahreszahl. - Hain-C. 10153 - GW 18631 - Goff L-264 - Proctor 483 - BMC I, 112 - Polain 2505 - Fairfax Murray (German) 242 - Stillwell L 234 - Schreiber 4513 - Schramm XX, 23 - Slg. Schäfer 212 - Goedeke I, 427, 9 - Schmidt, Grüninger, 32. - Einzige Ausgabe. - Früher „Türkendruck“, in dem sich der vielseitige Humanist Jakob Locher (1471–1528), auch genannt Philomusus - der Hofdichter von Kaiser Maximilian I. - mit der ständigen Bedrohung Westeuropas durch das Osmanische Reich auseinandersetzt. - Enthalten sind Lobgedichte an den Kaiser, den Hofstaat und den Klerus, eine Ermahnung zum Kampf gegen die Türken, ein "Dyalogus" gegen alle Formen der Häresie etc. - Insgesamt 13 der kunstvollen Holzschnitte stammen aus Strassburger Editionen von Terenz sowie Sebastian Brandts „Narrenschiff“. Sechs weitere Motive wurden eigens für dieses Werk neu angefertigt; sie orientieren sich zwar am Stil des Terenz-Meisters, weisen jedoch eine noch feinere, metallschnittartige Linienführung auf. Der einleitende Holzschnitt zeigt den Autor selbst, der im Erscheinungsjahr des Buches zum „poeta laureatus“ gekrönt wurde (vgl. von Arnim). - Ein frühes Monument der frühen humanistischen Literatur in Deutschland und eines der schönsten Beispiele für Buchillustration der Renaissance. - Vorliegende Druckvariante: der Wappenholzschnitt auf Bl. B6r eingedruckt, Schlusszeile von I3r mit in Stempeldruck eingesetztem griechischen "tekos" (richtig "telos"), L2v mit Druckfehler "Jacboi" im Kolumnentitel, L3r in der letzten Zeile "Daum" statt "Datum", im Kolophon richtig "christo". Einer der 3 bei Murray beschriebenen Leerräume für griechische Wörter mit Holzschnittstempel ausgefüllt (K6v; L2v nur teilw. und L1r ganz ausgelassen), zusätzlich auch der auf H2v, Zeile 7 (im "Decretum bellicum" Papst Alexanders VI. und Kaiser Maximilians gegen die Türken). - Rücken etwas gebräunt, leicht berieben und beschabt, Ecken teils schwach bestossen; leicht gebräunt und angestaubt (Titel stärker), stellenweise schwach finger-, tinten- und minimal feuchtfleckig, am oberen Rand teils etwas knapp beschnitten, im Bug gelocht (wohl von alter Bindung), letztes Blatt alt aufgezogen. Insgesamt sauber und in guter Erhaltung. - Provenienz: Auf Fol. L1r wohl alter handschriftlicher Besitzvermerk "Johannes" - Wappen-Exlibris Liechtensteinhaus - International Antiquariaat (Menno Hertzberger; Titelaufnahme mit Firmenlogo lose beiliegend), Amsterdam, dort in den 1950er Jahren erworben, seither Schweizer Privatsammlung.

Sachgebiete: Alte Drucke 16. Jahrhundert , Geschichte

30.07.2026 - 20:31

14000,- EUR

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ATE DRUCKE - NATURWISSENSCHAFT -

Paracelsus, Theophrastus Bombastus von Hohenheim. Expositio vera harum imaginum olim Nurenbergae repertarium ex fundatissimo verae Magiae Vaticinio deducta. Mit gestochener Titelvignette und 30 (st. 31) Textvignetten in Holzschnitt. Ohne Ort und Drucker [Basel, Pietro Perna], 1570. 14,5 x 10 cm. 47 Bll. Halbleder des 19. Jahrhundert mit 2 goldgeprägten Rückenschildern und Rückenvergoldung (Einband lädiert). - VD16 P 409 - Sudhoff, Paracelsus 115 - Duveen 451 - Caillet 8297 - BM 138 - Brunei, IV, 358. - Erste lateinische Ausgabe. - Eine der wenigen nicht wissenschaftlichen Werke des Paracelsus. "Paracelsus was a Protestant, and his satirical work on the Court of Rome shows his strong opposition to Papacy" (Duveen). Erklärung der Papstfiguren des Minoriten Joachim (13. Jh.). "Hohenheims Kommentar ist keinesfalls der Reformation geneigt, vielmehr macht er gegen die hierarchischen Gelüste beider Parteien Front und erwartet mit dem Verfasser der Bilder (zur Zeit Kaiser Friedrichs II.) eine Regeneration des Papsttums (Sudhoff S. 39). - Blattzählung auf Fol. 46 verdruckt. - Es fehlt das letzte, nicht nummerierte Blatt mit dem ganzseitigen Holzschnitt mit der Darstellung der Fama. - Einband lädiert, Deckel lose, zu restaurieren; Innen leicht angestaubt, gelegentlich minimal stockfleckig, Titelei und einige Blatt mit kaum merklicher, fachmännisch ausgeführten Blattrestaurationen, Fol. 2 mit leichtem Randeinriss (ca. 1 cm; ausserhalb des Textes). - Fliegende Vorsätze mit handschriftlichen Notizen und alten Besitzvermerken.

Sachgebiete: Alchemie, Medizin, Naturwissenschaften, Pharmazie

30.07.2026 - 20:20

3400,- EUR

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